Transparenz beim Verrechnungssatz: Insights von Katharina Schneider aus dem Vertrieb

Wenn Unternehmen mit Zeitarbeit planen, stellt sich oft schnell die Frage: Wie setzt sich der Verrechnungssatz eigentlich zusammen – und was bekomme ich dafür?

Wir haben mit Katharina Schneider gesprochen. Sie ist bei der Gi Group im Regional Sales für Norddeutschland tätig und weiß genau, welche Fragen Kund:innen rund um das Thema Preisgestaltung bewegen.

Besonders häufig geht es dabei um Transparenz, versteckte Kosten und den Unterschied zwischen Mindestlohn und dem tatsächlichen Aufwand für Zeitarbeitsunternehmen.

Was Unternehmen wirklich über den Verrechnungssatz wissen wollen

Katharina, du bist im Regional Sales für Norddeutschland tätig. Welche Fragen begegnen dir im Kundengespräch besonders häufig, wenn es um das Thema Zeitarbeit geht? 

In meinen Gesprächen mit Kund:innen begegnen mir oft Fragen zur Preisgestaltung, insbesondere zur Zusammensetzung des Verrechnungssatzes. Viele möchten wissen, welche Faktoren den Preis beeinflussen und wie sie sicherstellen können, dass sie ein faires Angebot erhalten.


Das Thema Verrechnungssatz sorgt oft für Verwirrung. Wie erklärst du einem Kunden oder einer Kundin auf einfache Weise, was der Verrechnungssatz eigentlich ist?

Ich erkläre den Verrechnungssatz gerne als den Gesamtbetrag, den ein Unternehmen für die Dienstleistungen eines Zeitarbeitnehmers zahlt. Dieser Satz umfasst nicht nur den Lohn des Mitarbeiters, sondern auch Sozialabgaben, Verwaltungskosten und andere Faktoren. Es ist wichtig, dass die Kund:innen verstehen, dass dieser Satz eine Vielzahl von Kosten abdeckt.


Welche konkreten Bestandteile fließen in den Verrechnungssatz ein – und welche davon werden deiner Erfahrung nach häufig unterschätzt oder gar nicht wahrgenommen?

Zu den konkreten Bestandteilen gehören der Bruttolohn, Sozialversicherungsbeiträge, Urlaubsgeld, Krankheitskosten und Verwaltungskosten. Oft werden die Verwaltungskosten oder die Kosten für Schulungen und Einarbeitung unterschätzt, obwohl sie einen erheblichen Teil des Verrechnungssatzes ausmachen.

Warum Transparenz bei der Kalkulation den Unterschied macht

Warum ist ein transparenter Verrechnungssatz für Unternehmen im Helferbereich, z.B. in der Lagerlogistik, so entscheidend für die Planung und Budgetierung?

Gerade in der Lagerlogistik werden häufig kurzfristige Einsätze geplant. Ein transparenter Verrechnungssatz hilft Unternehmen dabei, realistische Budgets zu erstellen, die nötigen finanziellen Mittel einzuplanen und unerwartete Kosten zu vermeiden. So behalten sie den Überblick und können flexibel und wirtschaftlich agieren.

Welche Rolle spielt dein persönlicher Beratungsansatz dabei, Missverständnisse auszuräumen und Mehrwert aufzuzeigen?

Mein Beratungsansatz basiert auf Offenheit und Klarheit. Ich bemühe mich, Missverständnisse auszuräumen, indem ich die einzelnen Bestandteile des Verrechnungssatzes detailliert erkläre und den Mehrwert unserer Dienstleistungen aufzeige.

Zwischen Preisdruck und Partnerschaft: So gelingt der Dialog auf Augenhöhe

Beobachtest du regionale Unterschiede in der Preiswahrnehmung oder Erwartungshaltung von Kund:innen? Gibt es Besonderheiten im norddeutschen Raum?

Ja, ich beobachte regionale Unterschiede in der Preiswahrnehmung. Im norddeutschen Raum legen viele Kund:innen Wert auf langfristige Partnerschaften und sind bereit, für Qualität zu zahlen, während in anderen Regionen oft der Preis im Vordergrund steht.


Wie reagierst du, wenn ein Unternehmen den Preis hinterfragt und möglicherweise nur den günstigsten Stundensatz im Blick hat?

Wenn ein Unternehmen den Preis hinterfragt, versuche ich, die Diskussion auf die Qualität und den Mehrwert unserer Dienstleistungen zu lenken. Es ist wichtig, dass sie verstehen, dass der günstigste Stundensatz nicht immer die beste Wahl ist.


Was wünschst du dir von Kund:innen im Umgang mit dem Thema Verrechnungssatz – und wie sieht für dich ein konstruktiver Austausch auf Augenhöhe aus?

Ich wünsche mir von Kund:innen, dass sie offen für einen konstruktiven Austausch sind. Ein Dialog auf Augenhöhe bedeutet für mich, dass beide Seiten bereit sind, ihre Perspektiven zu teilen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.


Zum Abschluss: Wenn du einem neuen Kunden einen einzigen Tipp zum Thema Verrechnungssatz mitgeben könntest – welcher wäre das?

Mein einziger Tipp für neue Kunden wäre: Informieren Sie sich umfassend über die verschiedenen Bestandteile des Verrechnungssatzes und stellen Sie Fragen. Ein gutes Verständnis hilft Ihnen, fundierte Entscheidungen zu treffen und langfristig erfolgreich zu sein. Und die Firmen wissen oft nicht, dass der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 Euro für die Zeitarbeitsunternehmen nicht gilt – diese müssen den höheren GVP-Mindestlohn von 14,53 Euro zahlen. Was für Zeitarbeitnehmer in der Branche zwar vorteilhaft ist, bedeutet für Unternehmen aber, dass sie für einen Zeitarbeitnehmer mehr zahlen müssen.