Fachkräftesicherung und -gewinnung in der Logistikbranche: Ostdeutschland im Fokus

Fachkräftesicherung, Digitalisierung und regionale Besonderheiten prägen die Logistikbranche in Ostdeutschland. Diana Koern, Regional Sales Managerin bei Gi Group, spricht im Interview über aktuelle Themen im Raum Berlin, Brandenburg und Sachsen. Sie gibt Einblicke in ihre tägliche Arbeit, beschreibt regionale Unterschiede und erklärt, wie Unternehmen mit gezielten Strategien auch in einem angespannten Arbeitsmarkt erfolgreich Personal gewinnen können.

Logistikstandort Berlin-Brandenburg und der Fachkräftebedarf in der Region

Diana, seit Februar bist du als Regional Sales Managerin bei Gi Group u.a. für die Logistikbranche im Raum Berlin, Brandenburg und Sachsen tätig. Wie hast du den Einstieg erlebt und welche Besonderheiten sind dir direkt aufgefallen?

Berlin ist eine zentrale Drehscheibe für den nationalen und internationalen Warenverkehr. Die günstige geografische Lage, gut ausgebaute Infrastruktur mit Autobahnen, dem Flughafen BER und der Schienenanbindung machen die Region attraktiv für Logistikunternehmen verschiedenster Art, von E-Commerce-Anbietern bis traditionellen Logistikdienstleistern.

Direkt aufgefallen ist mir, dass die Branche zunehmend durch Digitalisierung und Automatisierung geprägt wird. Unternehmen investieren gezielt in Technologien wie Lagerautomatisierung, intelligente Routenplanung und umweltfreundliche Transportlösungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Fachkräftesicherung ist ein wichtiges Thema – welche Aufgaben begegnen dir in Berlin, Brandenburg und Sachsen besonders häufig?

Meine Aufgabe ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, Mitarbeitende mit den passenden Kompetenzen zu gewinnen und langfristig zu binden. In Brandenburg liegt eine Herausforderung darin, Mitarbeitende in ländlichen Regionen zu gewinnen. In Berlin sorgt vor allem die hohe Wettbewerbsdichte dafür, dass Unternehmen kreative Ansätze im Employer Branding benötigen. Sachsen benötigt vermehrt Unterstützung bei der Gewinnung spezialisierter Fachkräfte in bestimmten Logistiksegmenten.

Viele Unternehmen spüren einen hohen Druck, passende Mitarbeitende zu finden. Wie unterstützt du deine Kunden konkret dabei?

Wir nutzen gezielt verschiedene Kanäle wie Jobbörsen, soziale Medien und unser eigenes Netzwerk, um geeignete Kandidaten zu erreichen. Großen Wert legen wir darauf, eine passgenaue Auswahl zu treffen, indem wir Qualifikationen und Unternehmensanforderungen genau abstimmen. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden, ihre Arbeitgebermarke nachhaltig aufzubauen – etwa durch ansprechende Stellenanzeigen und die Kommunikation einer authentischen Unternehmenskultur.

Rahmenbedingungen und Veränderungen am ostdeutschen Arbeitsmarkt

Gibt es spezifische regionale Entwicklungen, die in Ostdeutschland die Suche nach Mitarbeitenden beeinflussen?

In vielen ostdeutschen Regionen gibt es eine rückläufige Bevölkerung, insbesondere bei jüngeren Menschen. Dadurch stehen insgesamt weniger potenzielle Arbeitskräfte zur Verfügung. Gleichzeitig ist die bestehende Belegschaft oft älter, was den Bedarf an Nachwuchskräften erhöht. Fördermaßnahmen, Qualifizierungsprogramme und der Ausbau digitaler Infrastruktur sowie verbesserte Verkehrsanbindungen sollen dazu beitragen, die Attraktivität der Region für Mitarbeitende zu steigern.

Digitalisierung und Automatisierung verändern die Anforderungen in der Logistik permanent. Wie wirken sich diese Trends auf den Arbeitsmarkt in deiner Region aus?

Durch den Einsatz digitaler Technologien und automatisierter Systeme benötigen Unternehmen vermehrt Fachkräfte mit Kompetenzen in IT, Robotik, Steuerungstechnik und Datenanalyse. Klassische, manuelle Tätigkeiten, etwa in der Lagerverwaltung oder beim Be- und Entladen, werden zunehmend automatisiert. Gleichzeitig entstehen neue Tätigkeitsfelder in der Wartung, Programmierung und Überwachung dieser Systeme. Diese Entwicklung fördert die Nachfrage nach gezielten Weiterbildungs- und Umschulungsangeboten und eröffnet neue Chancen durch innovative Technologien und Geschäftsmodelle.

Qualität und Zuverlässigkeit sind entscheidend – wie stellt ihr bei Gi Group sicher, dass ihr nachhaltig die passenden Fachkräfte vermittelt?

Um langfristige und nachhaltige Lösungen zu gewährleisten, nehmen wir uns Zeit, die Anforderungen unserer Kunden genau zu verstehen. Wir prüfen Kandidaten in strukturierten Interviews auf fachliche Fähigkeiten und persönliche Kompetenzen, um Fehlbesetzungen zu vermeiden. Auch nach der Vermittlung bleiben wir eng mit Unternehmen und Fachkräften in Kontakt, um eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit sicherzustellen.

Potenziale und Perspektiven für Unternehmen in Ostdeutschland

Was unterscheidet aus deiner Sicht den Arbeitsmarkt in Ostdeutschland von anderen Regionen und welche Chancen ergeben sich daraus?

Der ostdeutsche Arbeitsmarkt ist noch stark von traditionellen Branchen geprägt, gleichzeitig wächst der Anteil innovativer Unternehmen und Start-ups. Während manche Regionen beim Ausbau digitaler Infrastruktur noch Nachholbedarf haben, entstehen genau hier Chancen für Unternehmen, die gezielt investieren. Zahlreiche Förderprogramme unterstützen Innovationen und die Fachkräfteentwicklung. Durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen können Unternehmen lokale Mitarbeitende langfristig binden und mit attraktiven Arbeitsbedingungen junge Talente anziehen.

Zum Abschluss: Was treibt dich persönlich an, Unternehmen in deiner Region zu unterstützen, und wie kann man am besten mit dir in Kontakt treten?

Meine Motivation liegt darin, Unternehmen aktiv dabei zu unterstützen, nachhaltig zu wachsen und langfristige Partnerschaften aufzubauen. Mir ist es wichtig, gemeinsam maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln und stets transparent und auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten.

Für Kontakt genügt ein Anruf, eine E-Mail oder eine Nachricht via LinkedIn.