Wie schafft man den beruflichen Wechsel in die Personaldienstleistung – und warum lohnt sich eine geförderte Weiterbildung zum/zur Personaldienstleistungskaufmann/-frau gerade für Quereinsteiger*innen?
Im Gespräch mit Mara Guerra von der Gi Group gibt Daniel Heuschkel, Geschäftsführer eines inhabergeführten Personaldienstleisters, Einblicke in seine Erfahrungen mit der einjährigen WBS-Weiterbildung. Er berichtet, wie sich Alltag, Familie und Lernen unter einen Hut bringen lassen, warum der offizielle IHK-Abschluss für ihn unternehmerisch wichtig ist – und weshalb er anderen den Schritt nur empfehlen kann.

Vielen Dank, Daniel, dass du heute bei uns bist! Ich bin sehr gespannt, was du über deine Erfahrungen mit der Weiterbildung bei der WBS zum Personaldienstleistungskaufmann erzählen wirst.
Lass uns gleich mit der ersten Frage starten: Wer bist du und wie bist du zur Personaldienstleistung gekommen?
Ich bin Daniel Heuschkel und aktuell Gesellschafter und Geschäftsführer der Personal GmbH. Zur Personaldienstleistung bin ich durch meine Frau gekommen. Sie hat vor mittlerweile 15 Jahren ihre Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau gemacht und war lange in verschiedenen Unternehmen tätig. Irgendwann haben wir beschlossen, dass wir uns in diesem Bereich selbstständig machen.
Ursprünglich komme ich aus dem Kfz-Bereich – ich habe eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker gemacht – und bin somit Quereinsteiger in der Personaldienstleistung. Nach fünf Jahren Berufserfahrung in unserem Unternehmen war für mich klar: Ich möchte in diesem Bereich bleiben und mir auch fachliches Wissen aneignen, das im Alltag nicht immer direkt vermittelt wird. Die Weiterbildung ist für mich ein Weg, das nachzuholen.
Vom Kfz-Mechatroniker zum PDK: Warum ein Quereinstieg Sinn macht
Ja, absolut! Du kommst aus einem ganz anderen Bereich und hast dich nun erfolgreich in der Personaldienstleistung etabliert! Kommen wir zur zweiten Frage: Was hat dich dazu bewegt, die PDK-Weiterbildung zu starten?
Für mich war es wichtig, den offiziellen Titel „Personaldienstleistungskaufmann“ zu erwerben – auch aus unternehmerischer Sicht. Die Bundesagentur für Arbeit verlangt, dass in einem Unternehmen mindestens eine kaufmännisch ausgebildete Person tätig ist. Falls meine Frau eines Tages nicht mehr im Unternehmen ist, muss jemand da sein, der das Unternehmen führen darf.
Als Kfz-Mechatroniker habe ich diese kaufmännische Qualifikation bislang nicht. Durch die Weiterbildung kann ich die fachlichen Hintergründe besser verstehen und bekomme wertvolles Hintergrundwissen vermittelt.
Das ist nachvollziehbar. Wie war es für dich, Kurs und Berufsleben unter einen Hut zu bringen?
Ja klar. Es ist gut planbar, da man von Anfang an alle Termine kennt. So kann man seinen Alltag entsprechend strukturieren.
Bei uns im kleinen Unternehmen macht jeder alles. Klar, das Telefon klingelt auch mal während des Kurses, aber größere Aufgaben lassen sich gut um die Kurszeiten herum planen.
In der Regel findet der Kurs am Nachmittag statt, was gut mit dem Tagesgeschäft vereinbar ist – vormittags erledige ich das Alltagsgeschäft, nachmittags nehme ich am Kurs teil. So hat man auch den Kopf frei fürs Lernen.
Weiterbildung und Unternehmensführung? Mit guter Planung geht beides
Klingt sehr machbar. Was war denn die größte Herausforderung während des Kurses für dich?
Die größte Herausforderung war eindeutig die private Organisation. Unsere jüngste Tochter ist fünf Jahre alt und muss pünktlich aus der Kita abgeholt werden. Unser großer Sohn ist schon selbstständiger, aber dennoch braucht man Zeit für die Familie. Man muss privat einfach gut organisiert sein, damit alles funktioniert.
Aber durch die Flexibilität lässt sich das gut vereinbaren, oder?
Ja, wobei die Kurszeiten anfangs bis 18:30 oder sogar 19:00 Uhr gingen – das war teilweise echt anstrengend. Inzwischen wurde der Kurs um eine Stunde vorverlegt, was uns enorm hilft. Klar fehlt dadurch eine Stunde am Arbeitstag, aber insgesamt hat sich das positiv auf den Alltag ausgewirkt – beruflich wie privat.
Ja, verstehe. Gab es einen Moment, in dem dir bewusst wurde, wie viel du bereits erreicht hast?
Ja, tatsächlich kürzlich, so zur Halbzeit des Kurses. Da reflektiert man, was man schon alles geschafft hat.
Wir hatten gerade die zweite Bausteinprüfung – also den zweiten inhaltlichen Block abgeschlossen – und das war ein spannender Moment.
Die regelmäßigen Übungsprüfungen helfen, den eigenen Lernstand gut einzuschätzen. Es ist beeindruckend, wie viel man in einem halben Jahr schaffen kann, auch wenn das Pensum sportlich ist: dreieinhalb Jahre Stoff in ein Jahr zu packen, ist eine Herausforderung.
Ein Jahr, das viel verändert: Warum sich der Abschluss zum PDK lohnt
Und wie hast du dich bei den bisherigen Prüfungen gefühlt?
Hattest du das Gefühl, gut vorbereitet zu sein?
Absolut. Die Bausteinprüfungen der WBS sind sehr gut aufgebaut. Es gibt keine klassische IHK-Zwischenprüfung, sondern diese internen Lernstandskontrollen.
Durch regelmäßige Übungstests mit echten IHK-Fragen gewöhnt man sich an die Prüfungssituation.
Ich vergleiche das gern mit der Theorieprüfung beim Führerschein – man übt so lange mit verschiedenen, aber ähnlich aufgebauten Fragen, bis man Sicherheit gewinnt. Dadurch geht man deutlich entspannter in die Prüfung.
Weißt du schon, wie lange die Abschlussprüfung dauert?
Soweit ich weiß, dauert sie maximal 90 Minuten.
Wir haben sogar die Möglichkeit, reale alte IHK-Prüfungen durchzugehen, um uns bestmöglich vorzubereiten.
Klasse! Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen.
Was würdest du anderen empfehlen, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, diese Weiterbildung zu machen?
Gerade für Quereinsteiger ist die Weiterbildung eine tolle Möglichkeit.
Sie dauert nur ein Jahr, man ist bereits im Beruf tätig und bringt viel Vorwissen mit. Die Weiterbildung ergänzt das vorhandene Wissen gezielt und vermittelt neue Aspekte.
Für alle, die in der Branche bleiben möchten, ist der offizielle Titel eine wichtige Ergänzung. Er eröffnet neue Möglichkeiten – sei es im öffentlichen Dienst oder in anderen Unternehmen.
Gerade für junge oder beruflich noch flexible Menschen ist es eine gute Investition in die Zukunft.
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